Hammerklavier

Es ist ein besonderes Klavier, das im Biedermeierzimmer des Gerstlhauses steht.

Anton Gabriel Walter, ein berühmter Wiener Klavierbauer fertigte diesen Flügel im Jahre 1813/14 an. International hohes Ansehen genoss A. G. Walter mit seinen Instrumenten von unvergleich- barer klanglicher Qualität. Er belieferte unter anderem Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven.

 

Unser Instrument ist ganz aus Holz gefertigt, der Grundaufbau des Flügels ist aus Tannenholz, das Außenfurnier aus Kirsche. Die Lyra (Pedalaufhängung) und die Beine sind neu, der obere Teil davon echt vergoldet. Das Klavier besitzt 4 Pedale und 2 Knie- pedale, verfügt über 6 Oktaven und darauf wird hauptsächlich klassische Musik gespielt. Nur ausgebildete Hammerklavier- Pianisten dürfen das Instrument bespielen.

Bevor diese Hammerklaviere erzeugt wurden, zupfte man die Saiten der Tasteninstrumente (Cembalo, Spinett…) mit Gänsekielen oder Fischgräten an. Seit 1770 versuchte man mit Hämmerchen die Saiten anzuschlagen und das gelang - zur Begeisterung  der Komponisten -  weil die Töne laut oder leise, je nach Anschlag, ertönten. Später wurden die Klaviere mit einem Eisenrahmen versehen und den gibt es noch heute.

 

Mit der Entwicklung des Hammerklaviers, mit dem man nun laut-leise (forte-piano) spielen konnte, begründete sich der  Aufstieg Wiens zu einem Zentrum des Klavierbaues. Mehrere hundert Klavierbaufirmen beheimatete die österreichische Hauptstadt (von ca. 1770 bis 1830)  in der „Leimgrube“, einem so genannten Stadtteil Wiens.

 

Sponsoren, wie die O.Ö. Goldhauben-Gruppe und der Rotary-Club Freistadt, sowie Pianisten von Benefizkonzerten und die einhei- mische Bevölkerung leisteten eine große finanzielle Unterstüt- zung, damit der Hammerflügel originalgetreu restauriert werden konnte.

Seit 2002 werden regelmäßig pro Jahr 3 - 4 Konzerte zusammen mit Literatur, Gesang oder anderen historischen Instrumenten dargeboten.